Zunächst:
TurboPrint erfüllt weitgehend meine Erwartungen beim Wunsch, weitgehend farbrichtig drucken zu können! Und es scheint mir das einzige Programm zu sein, dass diese Funktion auch unter Linux bereit stellt. (Ich arbeite übrigens unter Manjaro-Linux mit XFCE-Desktop.)
Die Profilierung meines Canon-Druckers war von Anfang an aussichtsreich, da der Druck von Linearisierungs-Charts bereits zeigte, dass der Drucker bei jeder Farbe bereits ab Werk ziemlich linear arbeitet. Allerdings ersetzt Canon bereits sehr früh in dunkleren Bereichen die Farben durch Schwarz, wodurch ein Fotodruck ziemlich unattraktiv wird. Zudem war ein deutlicher Farbstich im Bereich Cyan-Grün zu beobachten.
Wäre der Drucker weniger linear, sodass z.B. die Tiefen bereits früh zulaufen / absaufen, gibt es auf den Farbmesscharts in den dunklen Tönen ja keine unterschiedlichen Messwerte mehr, sodass hier mittels Profilierung nichts hätte korrigiert werden können. – Daraus ergibt sich die Frage, warum TurboPrint keinen zweistufigen Ablauf anbietet, bei dem problematische Drucker im ersten Schritt erst mal linearisiert werden können, um sie danach optimal profilieren zu können.
Nachdem ich TurboPrint lizenziert habe und mehrere Profile erfolgreich mittels Argyl-CMS und einem EyeOne-Pro erstellt habe sind jetzt noch folgende Fragen offen geblieben:
1.) TurboPrint-Monitor zeigt den Tintenfüllstand und den Tintenverbrauch nicht korrekt an. Der Füllstand bleibt anscheinend immer für Schwarz auf 80% und für alle drei Farben auf 70%. Dabei habe ich inzwischen mindestens 20 Farbmesscharts DIN A4 strip für Profilierungen gedruckt und die fressen ja wirklich viel Tinte.
Auch der Verbrauch vom letzten Druck wird seltsam angezeigt mit Werten von z.B. gelb 10674 magenta 10318 und cyan 9339. Und insgesamt zeigen die Farben gelb 1414608 magenta 1445461 cyan 1418960. Was sagt mir das???
2.) Wenn ich die Farben der ausgedruckten Farbmess-Charts vergleiche, wenn das Chart einmal korrekt ohne Farbmanagement über TurboPrint gedruckt wird und nach der Profilierung mit einem dem Chart-Bild zugewiesenen sRGB-Profil, dann sehe ich zwar eine deutliche Farbkorrektur. Aber z.B. scheint der Drucker von sich aus bereits erhebliche Begrenzungen den Tintenauftrag betreffend eingebaut zu haben, sodass kein größerer Gamut erreichbar ist. Es scheint so, dass zumindest mit diesem Drucker durch TurboPrint einfach nicht mehr erreicht werden werden kann und das Tinten-Limit in TurboPrint unbeachtet bleibt, weil die Druckerfirmware anscheinend begrenzt.
Gibt es noch eine Möglichkeit, doch etwas mehr Tintenauftrag zu erreichen? Oder muss ich das so als gegeben akzeptieren?
Fragen, die durchaus eher mit Linux zu tun haben mögen:
3.) In vielen Linux-Programmen wird ein einheitlicher Druck-Dialog angeboten (Drucken / Erweiterte Einstellungen) Dort kann der Arbeitsfarbraum ausgewählt werden (default = sRGB) und darunter ein CMYK-Farbraum (default = Euro), wobei der auch wählbare ISOctd v2 sinnvoller wäre. Aber bedeutet diese Auswahl, dass eine Profilverrechnung im Sinne von Proofdruck erfolgt? – Testdrucke zeigten mir aber kaum Unterschiede, wenn für CMYK ein anderes Profil gewählt wird.
Wohl aber hat die Änderung des Arbeitsfarbraums erhebliche Wirkung. Ist ja auch verständlich, weil Linux wohl davon ausgeht, dass alle Office-Programme / nicht farbmanagement-fähigen Programme de facto mit sRGB arbeiten oder dies voraus setzen.
4.) Wenn ich als Drucker "TurboPrint" auswähle, hätte ich erwartet, dass die dann zur Auswahl stehenden farbrelevanten Werte automatisch vom im Turboprint ausgewählten Profil-Set übernommen werden. Das ist nicht der Fall:
Nachdem ich über das Papier-Auswahl-DropDown ein TurboPrint-Profilset ausgewählt habe, bleibt z.B. die Druckerrasterung (Auflösung) dennoch bei 600 dpi, statt diejenige vom Profilset automatisch zu übernehmen. Und die Rasterung / das Druckraster wird ebenfalls nicht vom TurboPrint übernommen, steht aber per default glücklicher Weise richtig. Auch ist immer der perceptive RenderingIntent ausgewählt, wobei ich da keine Einwände habe, da mein Drucker eh einen viel kleineren Gamut hat als sRGB bereit stellt. Wer einen echten Photodrucker hat, müsste ggfs. auf relativ-colorimetrisch umstellen.
Haben diese Eigenheiten damit zu tun, dass Turbo-Print diese Werte / Einstellungen nicht an den Linux-Treiber / Druckdialog übergeben kann? Wenn ja, wäre es da nicht besser, wenn TurboPrint seinen komplett eigenen Druckdialog mitliefert?
Von diesen Fragen abgesehen, bin ich mit TurboPrint sehr zufrieden!
Canon Maxify GX4050 - mehrere Fragen
Re: Canon Maxify GX4050 - mehrere Fragen
Hallo und vielen Dank für die positive Rückmeldung!
Zu Ihren Fragen:
Es gibt manche Einschränkungen aufgrund des Druckermodells (Canon Maxify) und aufgrund von Linux.
1) Den Tintenfüllstand schätzt der Drucker selbst, hier ist das Sichtfenster der Tintentanks genauer.
Der Tintenverbrauchszähler von TurboPrint ist für dieses Druckermodell nicht aussagefähig. Der Canon Maxify GX4050 akzeptiert wie die meisten aktuellen Canon-Drucker die Druckdaten nur im Modus "RGB", d.h. die Umrechnung RGB => CMYK nimmt der Drucker vor und der TurboPrint-Treiber hat auf die Umrechnung keinen Einfluss. Der Tintenverbrauchszähler von TurboPrint zählt bei RGB-Druckern die Komplementärfarben Cyan, Magenta und Gelb, was nicht mit dem tatsächlichen Verbrauch übereinstimmt.
Auch der von Ihnen beschriebene Einsatz von schwarzer Tinte statt CMY schon bei Hellgrau ist im Drucker fest vorgegeben. Wenn man als Medientyp Tintenstrahlpapier oder Fotopapier wählt, wird die schwarze Tinte erst später eingesetzt und Fotos werden schöner gedruckt.
2) Wie in 1) beschrieben, ist der Farbraum (Gamut) und der Tintenauftrag durch die Umrechnung RGB=>CMYK im Drucker schon begrenzt. Mit der Einstellung "Glossy" als Papiersorte bei der Profilierung lassen sich unserer Erfahrung nach ganz gute Ergebnisse erzielen. Interessanterweise verwendet der Drucker auch auf Glänzendem Papier die schwarze Tinte für die Bildtiefen, was bei anderen Pigmentdruckern nicht der Fall ist.
3) Leider gibt es unter Linux nicht die Möglichkeit, dass der Druckertreiber den Druckdialog zur Verfügung stellt.
Stattdessen gibt es verschiedene Druckdialoge je nach Anwendung bzw. Framework (Gnome / KDE), dort sind auch die für TurboPrint spezifischen Einstellungen wie Farbraum und Farbkorrektur zu finden, allerdings relativ unübersichtlich.
Wir entwickeln derzeit TurboPrint 3 mit dem "TurboPrint Composer", welcher eine Druckvorschau und einen einheitlichen Dialog für die Druckeinstellungen bietet, ich schicke Ihnen einen Download-Link für die Beta-Version. Je nach Anwendung ist nur entweder die Einstellung "RGB Farbraum" oder "CMYK Farbraum" wirksam. Bei den meisten Anwendungen wie z.B. GIMP gilt der RGB-Farbraum, nur wenige Anwendungen wie Inkscape und Scribuns drucken wahlweise im CMYK-Modus, dort gilt dann die Einstellung "CMYK Farbraum". Wie Sie schon geschrieben haben ist sRGB der de-facto Standard.
4) Eigentlich sollten diese Einstellungen aus dem Druckdialog übernommen werden. Zum besseren "Debugging" empfehle ich die TurboPrint 3 Beta-Version, die alle Druckeinstellungen nochmal im "Composer" auflistet. Falls tatsächlich Einstellungen verloren gehen, wären wir für Feedback dankbar, also Name der Anwendung und Einstellungen, die nicht übereinstimmen.
Zu Ihren Fragen:
Es gibt manche Einschränkungen aufgrund des Druckermodells (Canon Maxify) und aufgrund von Linux.
1) Den Tintenfüllstand schätzt der Drucker selbst, hier ist das Sichtfenster der Tintentanks genauer.
Der Tintenverbrauchszähler von TurboPrint ist für dieses Druckermodell nicht aussagefähig. Der Canon Maxify GX4050 akzeptiert wie die meisten aktuellen Canon-Drucker die Druckdaten nur im Modus "RGB", d.h. die Umrechnung RGB => CMYK nimmt der Drucker vor und der TurboPrint-Treiber hat auf die Umrechnung keinen Einfluss. Der Tintenverbrauchszähler von TurboPrint zählt bei RGB-Druckern die Komplementärfarben Cyan, Magenta und Gelb, was nicht mit dem tatsächlichen Verbrauch übereinstimmt.
Auch der von Ihnen beschriebene Einsatz von schwarzer Tinte statt CMY schon bei Hellgrau ist im Drucker fest vorgegeben. Wenn man als Medientyp Tintenstrahlpapier oder Fotopapier wählt, wird die schwarze Tinte erst später eingesetzt und Fotos werden schöner gedruckt.
2) Wie in 1) beschrieben, ist der Farbraum (Gamut) und der Tintenauftrag durch die Umrechnung RGB=>CMYK im Drucker schon begrenzt. Mit der Einstellung "Glossy" als Papiersorte bei der Profilierung lassen sich unserer Erfahrung nach ganz gute Ergebnisse erzielen. Interessanterweise verwendet der Drucker auch auf Glänzendem Papier die schwarze Tinte für die Bildtiefen, was bei anderen Pigmentdruckern nicht der Fall ist.
3) Leider gibt es unter Linux nicht die Möglichkeit, dass der Druckertreiber den Druckdialog zur Verfügung stellt.
Stattdessen gibt es verschiedene Druckdialoge je nach Anwendung bzw. Framework (Gnome / KDE), dort sind auch die für TurboPrint spezifischen Einstellungen wie Farbraum und Farbkorrektur zu finden, allerdings relativ unübersichtlich.
Wir entwickeln derzeit TurboPrint 3 mit dem "TurboPrint Composer", welcher eine Druckvorschau und einen einheitlichen Dialog für die Druckeinstellungen bietet, ich schicke Ihnen einen Download-Link für die Beta-Version. Je nach Anwendung ist nur entweder die Einstellung "RGB Farbraum" oder "CMYK Farbraum" wirksam. Bei den meisten Anwendungen wie z.B. GIMP gilt der RGB-Farbraum, nur wenige Anwendungen wie Inkscape und Scribuns drucken wahlweise im CMYK-Modus, dort gilt dann die Einstellung "CMYK Farbraum". Wie Sie schon geschrieben haben ist sRGB der de-facto Standard.
4) Eigentlich sollten diese Einstellungen aus dem Druckdialog übernommen werden. Zum besseren "Debugging" empfehle ich die TurboPrint 3 Beta-Version, die alle Druckeinstellungen nochmal im "Composer" auflistet. Falls tatsächlich Einstellungen verloren gehen, wären wir für Feedback dankbar, also Name der Anwendung und Einstellungen, die nicht übereinstimmen.
Re: Canon Maxify GX4050 - mehrere Fragen
Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Ich nutze den Drucker im Produktiv-Einsatz. Von daher bin ich immer sehr zurückhaltend, eine Beta-Version zu testen, wenn doch im aktuellen Zustand das meiste so läuft, wie ich mir das wünsche. Wäre doch doof, wenn die Beta mir das funktionierende Drucksystem "zerschießt". Ich weiß ja nicht im Voraus, wie stabil diese Beta ist und wie kompatibel sie mit meinem Linux-Derivat ist.
Aber ich danke für das Angebot. Ich hoffe, die neue Version kommt heraus, solange noch meine gerade erworbene Lizenz gültig ist!
Es wird ein erheblicher Vorteil sein, wenn TurboPrint einen eigenen Druckdialog integriert, sodass die aktuell möglichen Missverständnisse verringert werden.
Bleibt aber noch die Frage, betr. "Proofdruck": (Ist zwar für den kleinen Gamut des Maxify eher theoretisch, weil es ein "RGB-Drucker" ist. Aber wissen möchte ich es schon: Wie muss TurboPrint oder der Linux-Druckdialog eingerichtet werden, damit tatsächlich ein Proofdruck erfolgt?
Betr. Schwarzaufbau beim Maxify:
Gerade den zu starken Schwarzaufbau habe ich aber auf Anhieb mittels Turbo-Print und sauberer Profilierung weg bekommen! Daher glaube ich, dass ein Teil des Schwarzaufbaus im Original-Canon-Treiber entsteht. Das Ganze macht ja auch Sinn im Marketing, weil so ein günstiger Preis pro farbiger Druckseite beworben werden kann dank Einsparung von Tinte in den Tiefen. Zudem ist es ein Büro-Farbdrucker, der eh nicht für Bilder-Druck gedacht ist. Dafür macht er aber seinen Job ziemlich gut.
Ich nutze den Drucker im Produktiv-Einsatz. Von daher bin ich immer sehr zurückhaltend, eine Beta-Version zu testen, wenn doch im aktuellen Zustand das meiste so läuft, wie ich mir das wünsche. Wäre doch doof, wenn die Beta mir das funktionierende Drucksystem "zerschießt". Ich weiß ja nicht im Voraus, wie stabil diese Beta ist und wie kompatibel sie mit meinem Linux-Derivat ist.
Aber ich danke für das Angebot. Ich hoffe, die neue Version kommt heraus, solange noch meine gerade erworbene Lizenz gültig ist!
Es wird ein erheblicher Vorteil sein, wenn TurboPrint einen eigenen Druckdialog integriert, sodass die aktuell möglichen Missverständnisse verringert werden.
Bleibt aber noch die Frage, betr. "Proofdruck": (Ist zwar für den kleinen Gamut des Maxify eher theoretisch, weil es ein "RGB-Drucker" ist. Aber wissen möchte ich es schon: Wie muss TurboPrint oder der Linux-Druckdialog eingerichtet werden, damit tatsächlich ein Proofdruck erfolgt?
Betr. Schwarzaufbau beim Maxify:
Gerade den zu starken Schwarzaufbau habe ich aber auf Anhieb mittels Turbo-Print und sauberer Profilierung weg bekommen! Daher glaube ich, dass ein Teil des Schwarzaufbaus im Original-Canon-Treiber entsteht. Das Ganze macht ja auch Sinn im Marketing, weil so ein günstiger Preis pro farbiger Druckseite beworben werden kann dank Einsparung von Tinte in den Tiefen. Zudem ist es ein Büro-Farbdrucker, der eh nicht für Bilder-Druck gedacht ist. Dafür macht er aber seinen Job ziemlich gut.
Re: Canon Maxify GX4050 - mehrere Fragen
Ich habe große Schwierigkeiten, aus Scribus zu drucken. Im Scribus-Forum wurde mir geraten, aus Scribus heraus ein PDF zu erstellen, das dann mit anderen, besser geeigneten Programmen gedruckt werden könne. Scribus hat aus meiner Sicht einen katastrophales Druckmenu.
Jetzt möchte ich doch die von Ihnen angebotene Beta ausprobieren und habe sie mir herunter geladen. Teilen Sie mir bitte noch unbedingt mit, ob ich vor der Installation der Beta die vorhandene Installation entfernen / löschen sollte und auch den zugehörigen Drucker in CUPS.
Jetzt möchte ich doch die von Ihnen angebotene Beta ausprobieren und habe sie mir herunter geladen. Teilen Sie mir bitte noch unbedingt mit, ob ich vor der Installation der Beta die vorhandene Installation entfernen / löschen sollte und auch den zugehörigen Drucker in CUPS.
Re: Canon Maxify GX4050 - mehrere Fragen
Hallo, die Antwort habe ich per E-Mail gesendet. Die Beta-Version ist jetzt öffentlich, siehe im Forum unter:
TurboPrint -> Ankündigungen
oder direkt:
https://www.turboprint.de/support/viewtopic.php?t=3346
TurboPrint -> Ankündigungen
oder direkt:
https://www.turboprint.de/support/viewtopic.php?t=3346