Canon Maxify GX4050 unter Linux mit Argyl und CUPS - techn. OK - real unbrauchbar

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just4fun
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Canon Maxify GX4050 unter Linux mit Argyl und CUPS - techn. OK - real unbrauchbar

Beitrag von just4fun »

Ich arbeite selbstständig in einem Heilberuf und habe nur ab und zu Zeit, mich um Farbmanagement, TurboPrint und die Profilierung mittels Argyl und einem EyeOne Spektrometer zu beschäftigen. Früher hatte ich aber mal eine kleine Werbeagentur und daher noch viel KnowHow. Jetzt nach sehr sorgfältiger Profilierungsarbeit mit 882 Messfeldern und etlichen technischen Probedrucken dachte ich, das Ziel erreicht zu haben.

Ein Linearisierungs-Testchart von basICColor bestätigt mir eine sehr gleichmäßige Abstufung der Farbfelder, eine saubere Graubalance und feinste Abstufungen von Grau in den Tiefen und Lichtern. Auch auf Normalpapier sieht der durch das Profil beschriebene Gamut des Druckers gar nicht so klein aus und die Tonkurven erscheinen stimmig. Beste Voraussetzungen also für farbrichtigen Druck.
Das Ausdrucken der Testcharts zur Profilierung erfolgte – genau wie die im Weiteren beschriebenen Druckvorgänge von Nutzdaten – immer über Gwenview, einen einfachen "Bildbetrachter", dessen Druckmenü aber die erforderlichen Einstellungen betreffend Farbmanagement anbietet.

Ich habe dann einige meiner Folder ausgedruckt, von denen ich zum Vergleich auch Offsetdrucke vorliegen habe. Das war dicht dran, wenn auch insgesamt deutlich matter mit weniger Farbsättigung. Klar ist ja auch Offset.
Nun stellte ich fest, dass ich die ersten Drucke fälschlich ausgedruckt hatte mit der Einstellung im Druckermenü auf "Normalpapier" obwohl ich doch meine TurpoPrint-Profile alle mit TP- am Anfang gekennzeichnet hatte. Die erscheinen in der Papierauswahlliste aber alphabetisch erst gegen Ende.

Aktuell wollte ich einen DIN A5 großen Aushang drucken und wählte korrekt mein Profil TP-normal-600dpi aus. Das Druckergebnis war unbrauchbar! Eine mit 70% Schwarz angelegte Schrift wirkte wie mit 85%. Ein Portraitfoto erschien verschwärzlicht in den Tiefen und erhielt dadurch den Eindruck einer übertrieben harten Gradation. Zudem hatten die Haut-Farbtöne einen blau-violett-Farbstich.
Zur Kontrolle habe ich dann wieder meine Teststreifen und technischen Farbverläufe gedruckt. Die waren alle in Ordnung! – Die Ursache für diese gravierende Differenz verstehe ich einfach nicht!
Versuchsweise habe ich dann meinen kleinen Aushang zwar mit dem TurboPrint-Treiber und 600dpi-Einstellung im Druckmenü aber in der Einstellung "normal" für Papier gedruckt. Nun war der Aushang fast farbrichtig! Die Hautfarbtöne waren etwas blass / zu hell, aber z.B. die Schrift mit 70% Grau hatte wirklich 70%. Das unter gleichen Bedingungen gedruckte Linearisierungschart von basICColor zeigte deutliche Aufhellungen in den Tiefen sowie einen deutliche Verfälschung der Farbe Magenta in Richtung Cyan.

Aber kann das von mir erstellte ICC-Profil derart falsch sein? Ich habe eine VM mit Windows-7 und der Adobe CS-6-Suite drauf. Ich lud die Datei in Photoshop und simulierte einen Softproof mit dem von mir erstellten Drucker-Profil. Resultat: Alle Veränderungen waren genau wie von mir erwartet: Wenn die Papiersimulation oder die Simulation von Schwarz deaktiviert war, änderte sich an der Farbe nichts!

Am Monitor, der zurzeit nur auf ein sauberes sRGB eingerichtet aber nicht profiliert ist, sehen sowohl die Testcharts als auch der zu druckende kleine Aushang völlig korrekt aus. Auch dann, wenn ich die Druckvorlage (PDF) meines Folders, von dem ich ja Offsetdrucke besitze, mit der Wiedergabe am Display vergleiche, ist alles OK. Nur wehe, wenn ich den Folder über den Canon-Drucker drucke!

Das Profil ist zu groß zum hier anhängen. Aber die Tonkurven und den Gamut hänge ich als Screenshot mal hier dran, erstellt mit displaycal-profile-info.
Ferner hänge ich vier Bild-Ausschnitte an. Es sind Scan-Ausschnitte eines Testbilds von Druckerchannel.de, nämlich ein Teil eines Auges und ein Teil eines Papageis. Im Dateinamen ist "TP-normal" enthalten, wenn ich mit der TurboPrint-Profilierung gedruckt habe und es ist "normal" enthalten, wenn ich im Druckmenü fälschlich das "normal"-Papier gewählt habe, statt das TurboPrint-Profil. Da sich nur drei Dateien anhängen lassen, füge ich einen weiteren Post hinzu.

Den Druckvorgang habe ich bei den technischen Druckvorlagen genau so gehalten, wie bei dem kleinen Aushang: Beides aus Gwenview heraus gedruckt.
Meine Frage: Welche Einflüsse können hier diese unakzeptablen Ergebnisse verursachen? oder: Wie finde ich die Ursachen heraus?
Dateianhänge
mit falscher Einstellung "normal" gedruckt
mit falscher Einstellung "normal" gedruckt
TurboPrint-600dpi-normal_x1.jpg (112.98 KiB) 70 mal betrachtet
Gamut bei 600dpi auf Normalpapier
Gamut bei 600dpi auf Normalpapier
TP-Normalpapier-600dpi_Gamut.png (84.74 KiB) 84 mal betrachtet
RGB-Tonkurven bei 600dpi auf Normalpapier
RGB-Tonkurven bei 600dpi auf Normalpapier
TP-Normalpapier-600dpi_Tonkurven.png (75.94 KiB) 84 mal betrachtet
just4fun
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Re: Canon Maxify GX4050 unter Linux mit Argyl und CUPS - techn. OK - real unbrauchbar

Beitrag von just4fun »

Hier die restlichen drei Scans
Dateianhänge
korrekt mit "TP-normal"-Einstellung gedruckt
korrekt mit "TP-normal"-Einstellung gedruckt
TurboPrint-600dpi-TP-normal_x2.jpg (167.19 KiB) 69 mal betrachtet
korrekt mit "TP-normal"-Einstellung gedruckt
korrekt mit "TP-normal"-Einstellung gedruckt
TurboPrint-600dpi-TP-normal_x1.jpg (161.6 KiB) 69 mal betrachtet
fälschlich mit "normal"-Papier Einstellung gedruckt
fälschlich mit "normal"-Papier Einstellung gedruckt
TurboPrint-600dpi-normal_x2.jpg (153.06 KiB) 69 mal betrachtet
zedonet
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Re: Canon Maxify GX4050 unter Linux mit Argyl und CUPS - techn. OK - real unbrauchbar

Beitrag von zedonet »

Hallo, wir sind ja per E-Mail ink Kontakt. Wir haben noch keine Erklärung, hatten aber empfohlen, TurboPrint 3 beta zu verwenden, um sicherzustellen, dass der Profilchartdruck wirklich ohne Farbmanagement erfolgt. Wenn wir eine Fehlerursache entweder im Workflow oder in TurboPrint haben, posten wir das.
just4fun
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Re: Canon Maxify GX4050 unter Linux mit Argyl und CUPS - techn. OK - real unbrauchbar

Beitrag von just4fun »

Ich stimme dem voll zu. Wenn die Ursache wirklich im Bereich TurboPrint liegen würde, hätten schon viel mehr Anwender sich hier gemeldet. Der Fehler muss irgendwo im Workflow auf meinem PC liegen!

Bis ich hier wieder Neues zur Beta 3 schreiben kann, wird etwas Zeit vergehen, da ich viele andere Dinge zu tun habe. Daher bitte ich um Geduld.

Ich habe aber die Anleitung zu TurboPrint 3 gelesen und stimme zu, dass das ein gewaltiger Fortschritt ist! Es gibt Linux-Programme, die mit einem schrecklichen Druckmenü daher kommen wie z.B. Scribus. Oder der Druck aus dem Webbrowser bietet meist keine Auswahlmöglichkeit für die Papiersorte an. All diese Probleme und vermutlich auch meine Schwierigkeiten werden sich durch Version 3 lösen.

Ich bin sehr gespannt!

Im Übrigen habe ich ja noch eine Profilerstellung "frei" innerhalb der Lizenz. Da könnten wir mein ICC-Profil mit dem von ZEDOnet erstellten vergleichen.

Ich bedanke mich für die schnelle Reaktion von Herrn Zeiler!

###########

EDIT – Neuigkeiten!!!
Das ließ mir jetzt doch keine Ruhe und habe soeben dann doch die Beta installiert. Lief ziemlich glatt und konnte einfach "drüber installiert" werden.

Ich habe den Composer gestartet, ein mir wichtiges Bild hinein geladen (Bild im sRGB-Farbraum - alle Farben im Bild liegen im Druckergamut, der von meinem Drucker-Profil beschrieben wird) und dann die Softproof-Funktion benutzt. Der Softproof zeigte mir genau die gleichen Farbverfälschungen, die ich hier weiter oben in den Posts reklamiert hatte. Also ist etwas beim Profil-Erstellen schief gelaufen.

Der Composer ist also echt Gold wert! Und das Linux-Farbmanagement ist offensichtlich je nach Anwendungsprogramm fehlerhaft und unzuverlässig. Ohne Composer hätte ich doch womöglich noch wochenlang nach der Ursache gesucht.

Der Composer, über den ja nun auch die Farbmesscharts neu ausgedruckt werden, stellt sicher, dass sowohl hierbei als auch später nach Einbinden des erstellten Drucker-ICC-Profils der gleiche Workflow genutzt wird. Nur das bringt die gewünschte Zuverlässigkeit und Sicherheit, die Linux und seine vielfältigen Programme offensichtlich derzeit noch nicht bieten können. (Ich nutze Manjaro-Linux mit XFCE-Desktop X11 / Gnome)

Im Laufe der Woche oder am nächsten Wochenende werde ich Zeit zum Profilieren haben und wir sehen dann weiter. Ich bin sehr zuversichtlich!
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